Schlagwort-Archiv: deutsche Seltsamkeiten

Nothing for UnGood

Heute möchte ich euch ein unterhaltsames, leicht zu lesendes Buch vorstellen, welches die deutschen sowie amerikanischen Pauschalisierungen und Vorurteile gegenüber behandelt.
Nothing for UnGood: Deutsche Seltsamkeiten aus amerikanischer Perspektive von John Madison.

Der Autor

Der Autor, John Madison, hat im Laufe des Lebens die deutschen Eigenheiten am eigenen Leib erfahren dürfen. Geboren und aufgewachsen ist er in Oklahoma City, USA. Auf dem College lernte er die deutsche Sprache und entschied sich seinerseits für ein Auslandspraktikum in Hamburg, dem ein Study-Abroad-Aufenthalt an der Münchener Uni folgte. Nachdem er das deutsche Studentenleben erfolgreich getestet und abgeschlossen hatte, nahm er eine Stelle in Reutlingen und Salzgitter an. Über das Internet lernte Madison seine deutsche Frau Bettina kennen, die in Oldenburg aufwuchs. Zunächst führten die beiden eine Wochenendbeziehung, nachdem Madison seinen Job in Deutschland gekündigt hatte, um verfrüht in der Ruhestand zu gehen, eine Fernbeziehung, Nach sieben Monaten Frühruhestand hatte John Madison kein Geld mehr und ging nach Texas um dort zu arbeiten. Bettina folgte, die beiden heirateten 2009 und leben nun zusammen in Austin, Texas.

Eigenheiten für die Einen, Normalität für die Anderen

In dem Buch Nothing for UnGood stellt Madison eine Reihe von Eigenheiten auf, die ihm während seines Aufenthalts in Deutschland aufgefallen sind. Dieses macht er mit einer einzigartigen, humorvollen Beschreibung, die die deutschen Sitten auf den Arm nimmt.

Behandelt werden in dem Buch ganz unterschiedliche Aspekte des Lebens in Deutschland, wie die Sprache und Kultur, das Essen, wie Amerikaner sich in Deutschland verhalten und persönliche Notizen zum Leben von John Madison in Deutschland. Dabei geht Madison herrlich unbeschwert an die Lage an und stellt Fragen, über die man sich vorher noch gar keine Gedanken gemacht hat. Wieso zum Beispiel stehen die Ampeln in Deutschland auf der Straßenseite auf der man fährt, anstatt wie in Amerika auf der anderen? Und wieso gibt es hunderte von unterschiedlichen Zubereitungsarten von Kartoffeln, aber es werden fast ausschließlich Paprika-Chips verzehrt?

Nettes und witziges Buch über Vorurteile beiderseits.

Mit Humor und Witz geht Madison außerdem auf die Art ein, wie Deutsche ihre Kinder erziehen, ihre Karriere planen oder eine Party feiern. Natürlich steckt in dem fast 200-Seiten-langen Buch eine Reihe von Verallgemeinerungen, was mich persönlich jedoch nicht gestört hat. Auch muss man bedenken, dass Madison ausschließlich aus seiner Sicht schreibt, und daher natürlich ein Vorurteil nach dem nächsten in dem Buch abgeklappert und daher von Klischees  beherrscht wird. Aber in vielen Vorurteilen und Verallgemeinerungen steckt nunmal oft ein Fünkchen Wahrheit (damit meine ich nicht, dass jede Aussage absolut stimmt.. aber eine gewisse Richtung ist oft vorhanden), über welches wir schmunzeln können. Von mir eine absolute Kaufempfehlung, für jeden, der schon einmal in Amerika war und nie verstanden hat, warum die Deutschen in Amerika teilweise als „eigensinniges Völkchen“ verschmäht werden. Nicht zu empfehlen für Leute, die Pauschalisierungen und Vorurteile über beide Völker satt sind. Hier sollte auf anspruchsvollere Unterhaltung zurückgegriffen werden.

Viel Spaß beim Schmökern!