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Deutscher Einkaufsstress am Wochenende?

Was Amerikaner über Deutsche denken – Teil 3

In Deutschland herrscht am Wochenende Einkaufsstress. Allerdings nur zu gewissen Zeiten, da es in den anderen sowieso komplett unmöglich ist, etwas einzukaufen.

Öffnungszeiten rund um die Uhr

Für uns Deutsche eine Normalität, für die Amerikaner eine reinste Katastrophe. Am Sonntag haben bleiben die Geschäfte und Firmen (bis auf einige Ausnahmen) geschlossen. Wer dringend etwas braucht, findet es eventuell in der Tankstelle, muss es sich von den Nachbarn leihen oder eben halt im Vornerein besorgen. In den USA ist das anders. Die Geschäfte haben fast rund um die Uhr geöffnet. Bestes Beispiel ist die Einkaufskette Walmart. Diese hat rund um die Uhr, jeden Tag geöffnet. Lediglich zu Weihnachten ist der Markt für wenige Stunden geschlossen. Wer also etwas braucht, muss einfach zum Laden fahren und es sich kaufen.

Samstag-Nachmittag = Einkaufszeit

Stoßzeiten, wie den Samstag Nachmittag in deutschen Einkaufsläden gibt es also in Amerika nicht. Daher sind die langen Schlangen und vielen Menschen, die sich durch die Regale drängen ungewohnt. Allerdings gibts auch in den USA Tage, an denen es besonders hektisch und voll wird. Am Black Friday, dem Tag nach Thanksgiving, gibt es so viele Rabattaktionen und Angebote, dass die Geschäfte wahre Anstürme zu verzeichnen haben.

Öffnungszeiten gleichen sich immer mehr an
Volle Einkaufspassagen: Keine Seltenheit in Deutschland

Volle Einkaufspassagen: Keine Seltenheit in Deutschland

Ob es nun wirklicher Einkaufsstress ist, am Samstag in deutschen Geschäften einkaufen zu gehen, ist wohl Ansichtssache. Etwas anderes ist es dann, vor verlängerten Wochenenden, wie beispielsweise Ostern. Denn hier werden gerne die Regale leer gekauft, als ob es nach dem Wochenende nichts mehr  zu kaufen gäbe. Ich persönlich finde es Samstags nicht allzu schlimm einzukaufen und kann dem deutschen Einkaufsstress am Wochenende nicht zustimmen. Aber heutzutage gleichen sich die Öffnungszeiten auch immer weiter an, die Läden haben bereits bis Samstags spät abends geöffnet, wo früher noch Ladenschluss um 12.00 Uhr mittags war. Es ist und bleibt wohl Ansichtssache. Klar ist: Sowohl in Deutschland als auch in Amerika muss man immer mal mit Schlangen vor den Kassen rechnen.

Heimatgefühl in der Ferne – Aldi in den USA

Ihr seid gerade in Amerika? Oder plant einen längeren Aufenthalt dort? Dann habe ich einen guten Tipp für euch, falls das Heimweh einmal kommt. Auch in Amerika gibt’s die altbewährten Läden von Aldi. Und sie ähneln den deutschen Geschäften wie ein Ei dem anderen. Immer mehr der deutschen Geschäfte finden Fuß in den Vereinigten Staaten.

Ganze 1.300 Filialen finden sich bereits in 32 Staaten der USA. 650 weitere Läden sind für die nächsten 5 Jahre geplant. Natürlich sind die angebotenen Produkte etwas anders und auf den amerikanischen Geschmack abgestimmt. Aber wenn man etwas sucht, finden sich immer wieder typisch deutsche Produkte, wie zum Beispiel Spekulatius, Spätzle oder, zur Weihnachtszeit, Christstollen. So kann auch in weiter Ferne Heimatgefühl aufkommen. Zunächst dachte ich, dass Aldi dort bestimmt sehr teuer sein würde, weil es ja ein deutsches Geschäft ist und die Lebensmittelpreise in den USA ja allgemeim sehr hoch sind. Aber ganz im Gegenteil, einige Produkte, wie zum Beispiel Wasser, sind wesentlich günstiger als in anderen Geschäften, wie Publix, Kroger oder Target. Sehr zu empfehlen sind auch die Kuchen in der Kühltruhe, da diese mehr dem deutschen Markt entsprechen und im Gegensatz zu amerikanischen Kuchen und Torten nicht mit Unmengen an Zucker oder Stevia gesüßt worden sind.

Ordnung und Umweltschutz: Aldi setzt sich auch in den USA ein
Einkaufswagen mit Pfandmünzen

Noch etwas Bekanntes beim US Aldi sind die Einkaufswagen. Auf den Parkplätzen vieler anderer Läden in Amerika stehen die Wagen kreuz und quer auf dem Parkplatz verteilt. Nicht so beim Aldi, weil hier die Einkaufswagen wie in Deutschland nur durch eine „Pfandmünze“ rausgegeben werden. Ein Quarter (25 Cent) muss wie gewohnt in den Wagen gesteckt werden, damit dieser genutzt werden kann. Am Ende gibt der Wagen ihn wieder aus, wenn er ordnungsgemäß weggestellt wurde. Aldi ist damit die einzige Einkaufskette in den USA, die dieses Verfahren anwendet. Auch sehr positiv zu bemerken, ist die Einstellung vom Aldi, dass eigene Tüten oder Körbe mitgebracht werden müssen, um die Einkäufe zu transportieren. Natürlich können auch vor Ort Taschen gekauft werden. Bei Kroger, Publix und Co. werden die ganzen Einkäufe ungefragt in dünne Plastiktüten verpackt, die zu Haus nur weggeschmissen werden. Außerdem werden hier frische Produkte, wie Obst und Gemüse und schwere Einkäufe immer einzeln verpackt, damit nichts zerdrückt wird. Tüten könnten gespart werden, wenn die schweren Sachen unten und die frischen, leicht zerdrückbaren Produkte obenauf gepackt werden. Durch die Nutzung mitgebrachter Tüten und Körbe leistet Aldi einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz, an dem sich die amerikanischen Läden hoffentlich bald ein Beispiel nehmen.

 

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Bild Nr 1   © pixabay