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Fleißiges Bienchen oder Faulpelz? Die deutsche Arbeitsmoral.

Was die Amerikaner über uns Deutsche denken (Teil 4)

Dass Deutsche überordentlich und regelverliebt sind hatten wir ja schon. Doch sind sie auch wirklich so fleißig wie es scheint? Oder sind es sie eigentlich doch heimliche Faulpelze, die lieber Nichts tun? In vielen Nationen, also nicht nur in den USA, hält sich das Vorurteil, dass die Deutschen super fleißig und pflichtbewusst sind. Aber wieso sehen die anderen Nationen dieses Vorurteil immer und immer wieder bestätigt?

Pünktlichkeit und Konzentration: Der Schlüssel zum Erfolg

Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, ja, die Deutschen sind sehr pflichtbewusst und auch fleißig. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass die Arbeiter nur in Ausnahmen zu spät kommen oder auch bei Überstunden keine Miene verziehen. Bei der Arbeit selber sind sie sehr gewissenhaft. Ablenkungen durch die Nutzung des Handy oder soziale Netzwerke im Internet sind in der Regel ein Tabu. Ein Pläuschen am Kaffeeautomaten ist natürlich kein Problem, wenn diese allerdings die Überhand nehmen, lässt der Tadel oft nicht lang auf sich warten.

Mehr Arbeitstage in den USA

Durch meine Bekannten und Freunde in den USA kann ich sagen, dass es dort oft anders aussieht. Die Mitarbeiter beschäftigen sich oft stundenlang im Internet, schreiben private SMS und tätigen Anrufe während der Arbeitszeit. Auch mit der Pünktlichkeit nehmen es die Amerikaner oft nicht ganz so genau. Kleinere Verspätungen werden toleriert und gehören oftmals zur Tagesordnung. Jedoch arbeiten die Amerikaner jährlich wesentlich mehr als die Deutschen, die aufgrund einer höheren Anzahl an Urlaubstagen und einigen Feiertagen mehr öfter zuhause ausspannen können.

Bei meinem letzten Besuch in den USA meinte ein Bekannter zu mir, dass Deutsche in Unternehmen gerne gesehen sind, da sie mit diesen direkt Pünktlichkeit und Fleiß verbinden. Daher denke ich, dass es rechtmäßig ist, wenn ich dem Vorurteil „Deutsche sind besonders fleißig“ zustimme. Natürlich darf man nicht alles verallgemeinern und es gibt mit ziemlicher Sicherheit auch Unternehmen und Arbeiter in den USA, die ebenso effizient arbeiten.

Was denkt Ihr? Sind die Deutschen fleißiger oder findet Ihr, dass die Amerikaner den Titel „fleißiges Bienchen“ mehr verdient haben?

Deutsche Ordentlichkeit

Was Amerikaner über die Deutschen denken (Teil 2)

Wenn man einem Amerikaner fragt, was er von den Lebensgewohnheiten der Deutschen weiß, werden die ersten drei Antworten vermutlich Bier, Wurst und die übermäßige Pünktlichkeit sein. Ein Vorurteil, welches sich in vielen Ländern der Welt über die Deutschen erfolgreich durchgesetzt hat. Aber ist es wirklich ein nur ein Vorurteil oder findet sich an dem Ordnungswahn der Deutschen auch etwas Wahres?

Das der Großteil der Deutschen auf Pünktlichkeit bedacht sind, stimmt vermutlich. Auch ich lege großen Wert darauf, pünktlich zu verabredeten Orten und Treffen zu erscheinen, weil ich es selber als nervig empfinde, wenn man noch ewig auf die Gäste warten zu müssen. Und auch andere „Verhaltensregeln“ lernen die meisten Kinder hier schon von klein auf, so dass es für sie im Erwachsenenalter ebenfalls ein ungeschriebenes Gesetz ist, pünktlich zu erscheinen, Menschen zu siezen oder sich den Anlässen gemäß zu kleiden. Auch für rote Ampeln haben Deutsche eine große Vorliebe und warten natürlich auch mitten in der Nacht und obwohl weit und breit kein Auto zu sehen ist, bis die offizielle Erlaubnis gegeben wird, zu Fuß die Straße zu überqueren.

Amerikaner haben in den meisten Dingen hierbei oft andere Ansichten. Es ist also keine Seltenheit, dass der Gast erst eine Stunde später eintrifft, als man sich verabredet hat oder auch im Schlafanzug der Wocheneinkauf erledigt werden kann. Was aufgrund der deutschen Ordentlichkeit als unmöglich angesehen wird, ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten Alltag. Hier zeigt sich eindeutig die Liebe der US-Amerikaner zur Bequemlichkeit. Hier darf schon einmal auf Kosten der Ästhetik zu Jogginganzug oder Schlafsachen gegriffen werden, wenn einem danach ist.
Und auch Ampeln nehmen Amerikaner nicht so ernst wie wir Deutsche. Bei meinem Aufenthalt in New York konnte ich daher einige Beobachtungen machen. So waren fast alle an einer roten Ampel zurückbleibenden Personen deutschsprechend. Die New Yorker zogen es vor über rote Ampeln und in Seelenruhe vor den fahrenden Autos herzugehen.

An dem Vorurteil über die deutsche Ordentlichkeit ist also wohl etwas dran. Also merkt euch bei eurem nächsten Urlaub in Amerika: Macht euch nicht so ein Stress, wenn ihr zu einer bestimmten Zeit irgendwo eingeladen seid. Wärt ihr pünktlich, wäre der Gastgeber vermutlich noch nicht einmal fertig mit den Vorbereitungen. Geht alles etwas gelassener an und lasst die deutsche Ordentlichkeit und Pünktlichkeit mal ruhen und macht Urlaub von den ganzen ungeschriebenen Gesetzen Deutschlands.